Standortvoraussetzungen

Anforderungen an den Standort einer Bioenergieanlage:

Bei der Auswahl und Beurteilung von Standorten für Bioenergieanlagen nach dem BtE®-Verfahren muss zuerst geprüft werden, ob ausreichend halmartige Biomasse für einen Zeitraum von 10-15 Jahren zur Verfügung gestellt werden kann. Es kommt fast jegliche Art von halmartiger Biomasse in Frage.

Aufgrund der Konkurrenz zu Nahrungsmitteln und zur Biogasproduktion mit Energiepflanzen werden jedoch zunächst vorrangig

  • Grünland in Gebieten, in denen die Milchwirtschaft eingestellt wird,
  • halmartige Bioabfälle als Grünschnitt und
  • Material von Naturschutzflächen

Verwendung finden.

Ist in einem Radius von 5 - 10 km ausreichend Material vorhanden, kann der Standort gesucht werden. An diesen werden dann folgende Anforderungen gestellt:

1. Verfügbarkeit von Biomasse
Die langfristige Verfügbarkeit von Biomasse muss gesichert werden. In der Regel erfolgt dies durch Verträge mit einem Lieferanten (z. B. Abfallwirtschaftsbetrieb für Grünschnitt, Grundstückseigentümern für Material von Landschaftsschutzflächen oder Grünland etc.).

2. Standort und Lageplan
Die BEA-Produktionsanlage benötigt in etwa eine Fläche von 4 ha. Der Standort wird üblicherweise über einen Nutzungsvertrag mit einem Vorkaufsrecht oder alternativ mit einer Kaufoption gesichert.
Den Lageplan für einen Standard-Standort können Sie hier herunterladen. Der tatsächliche Lageplan wird den örtlichen Bedingungen des Standorts angepasst.

3. Verkehrsanbindung
Der Standort sollte über eine gute Verkehrsanbindung verfügen. Um die Verkehrsbelastung vor allem in der Erntezeit niedrig zu halten, sollte die Möglichkeit einer Zufahrt aus mehreren Richtungen vorhanden sein.

4. Emissionen
Um Probleme mit Geruchs- und Lärmemissionen zu vermeiden, sollte die Anlage im Außenbereich oder in einem Gewerbegebiet liegen und der Abstand zur Wohnbebauung möglichst 500 bis 1.000 m betragen.

 

Vorgehensweise bei der Realisierung einer Bioenergieanlage:

  • Vorauswahl von möglichen Standorten anhand zur Verfügung stehender Informationen (siehe Standorte)
  • Verhandlung und Abschluss eines Liefer- oder Nutzungsvertrages für die Biomasse
  • Auswahl eines möglichen Standortes für Bau und Errichtung der Bioenergieanlage
  • Klärung und Einleitung des Bauleitplanverfahrens mit der Gemeinde
  • Gründung der Betreibergesellschaft / Lieferanten und Einwohner aus der Region haben die Möglichkeit einer Beteiligung als Kommanditisten an der Betreibergesellschaft
  • Nach Eingang der Betriebsgenehmigung: Bau und Inbetriebnahme der Bioenergieanlage