11.09.2020

getproject weist Feuerwehren in den Windpark Buchhain ein

(Blaulichtreport Elbe-Elster/HL) - Buchhain. Am 28. August 2020 hat getproject die Feuerwehren im Landkreis Elbe-Elster (Brandenburg) in den Windpark Bärfang bei Buchhain eingewiesen. Eingeladen wurden Vertreter der anliegenden Ortswehren sowie Führungspersonal und Mitarbeiter des Landkreises Elbe-Elster.

Zu Beginn der Veranstaltung erfolgte eine kurze Einweisung in den Windpark. Insgesamt sind zwischen 2012 und 2018 10 Windkraftanlagen vom Typ Siemens Gamesa G114 errichtet worden (2 WKA's im Windpark Buchhain und 8 WKA's im Windpark Bärfang). Die Windkraftanlagen haben eine Nennleistung von je 2 MW, 93 m Nabenhöhe und einen Rotordurchmesser von 114 m. Die Rotornabe treibt über ein Getriebe den bei dieser Anlage seitlich versetzten Generator an. Im Getriebe befindn sich ca. 260 l Öl. Die Schaltanlage ist im Fuß des Turms verbaut. Sie transformiert die vom Generator abgegebenen 690 V auf 20.000 V hoch - zur Verminderung von Übertragungsverlusten. Die Einspeisung in das öffentliche Netz erfolgt in einem Umspannwerk in der Nähe von Tröbitz. Die Anlagen sind mit Ölbindemitteln und mehreren Feuerlöschern ausgestattet. Hinzu kommt eine auf Kohlendioxid basierende Löschanlage in der Gondel. Auch zahlreiche Sensoren dienen dem Schutz der Anlage. Ein Eissensor erkennt z.B. Unwuchten im Lauf der Rotorwelle und schaltet die Anlage automatisch ab.

Das Rettungs- und Brandschutzkonzept der Feuerwehr stößt bei solchen Anlagen immer wieder an seine Grenzen. Die Anlagen dürfen von der Feuerwehr, auch wenn Leben in Gefahr ist, nicht betreten werden. Wartungstechniker durchlaufen dafür zahlreiche Schulungen und Arbeiten mindestens immer zu zweit, um sich im Notfall selbst zu retten. Dies ist nötig, da die nächste Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr ca. 100km entfernt ist.

Der Brandschutz einer solchen Anlage wird durch kontrolliertes Abbrennen realisiert. Hierfür ist vorgeschrieben, dass im Brandfall ein Radius von 500m um die Anlage nicht betreten werden darf. Zum Schutz dafür wurden u.a. 7 Tiefbrunnen in Unterflur-Bauweise und mit bis zu 40 m Tiefe gebohrt. Diese sind mit der Hauptwindrichtung im Halbkreis um den Windpark aufgeteilt. So kann im schlimmsten Fall eine Riegelstellung um den gesamten Windpark aufgebaut werden. Betrieben werden diese mit Notstromaggregaten, welche eine Leistung von 14 Kilovoltampere besitzen. Je eins davon haben die Stadt Doberlug-Kirchhain und das Amt Schlieben vom Anlagenbetreiber überreicht bekommen, vier weitere hat die Stadt Doberlug-Kirchhain mit eigenen Mitteln beschafft. Auch Waldwege wurden teilweise ausgebaut, um der Feuerwehr die Zufahrt zu den Tiefbrunnen zu erleichtern. Die Kontrolle der Wege und Brunnen ist Aufgabe der jeweiligen Feuerwehren. Zum Beispiel muss bei einem Funktionstest der Tiefbrunnen mindestens 30min und so lange, bis klares Wasser gefördert wird, betrieben werden. Dies ist nötig um Schäden an der Pumpe zu vermeiden.