27.01.2020

Studie: Anwohner fühlen sich von Windenergieanlagen kaum belästigt

(BfN) - Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat sich dem Thema Akzeptanz gewidmet. Eine neue Publikation fasst die Ergebnisse dreier lokaler Untersuchungen zusammen:

Als wichtigste Faktoren, die eine Zustimmung oder Ablehnung von Anlagen in der Nähe beeinflussen, werden wirtschaftliche Aspekte (Einschätzung des konkreten Nutzens der Anlage vor Ort) sowie die generelle Einstellung zur Energiewende genannt. Diese Faktoren beeinflussten die Akzeptanz stärker als etwa Naturschutzbelange. Eine als ungerecht wahrgenommene räumliche Verteilung von EE-Anlagen, unklare energiepolitische Abstimmungen zwischen den Bundesländern oder Anlagen, die wegen Netzengpässen vorübergehend abgeschaltet werden müssen, führen zu Unverständnis und Konflikten. Je positiver die Befragten die Umsetzung der Energiewende bewerteten, desto höher fiel auch die Akzeptanz der lokalen Anlagen aus.

Weitere Faktoren sind das Vertrauen in die Personen, die an der Planung und dem Bau der Anlagen beteiligt sind und die angenommene Akzeptanz der Anlagen bei anderen Bürgern vor Ort. Die Anwohner neigen dabei dazu, die Akzeptanz im Ort zu unterschätzen. Ihr Wohnumfeld sahen die Befragten vergleichsweise weniger beeinflusst. Konkrete gesundheitliche Beeinträchtigungen gaben sie kaum an. Wenn dann wurden negative Gefühle, wie Ärger, Hilflosigkeit oder schlechte Stimmung erwähnt (19 Prozent der befragten Anwohner), seltener körperliche Beschwerden wie Unwohlsein oder Schlafstörungen (12 Prozent). Rund 84 Prozent derer, die von Symptomen berichteten, waren bereits vor der Inbetriebnahme aktiv oder passiv gegen den Bau der Windenergieanlagen gewesen.

Studie "Naturverträgliche Energiewende - Akzeptanz und Erfahrungen vor Ort"

Quelle: Bundesamt für Naturschutz (BfN)