04.04.2014

Einweihung der BtE®-Versuchsanlage zur Produktion von Brennstoff aus halmgutartiger Biomasse in Borgstedt

Achtung: Sperrfrist bis einschl. 04.04. 2014, 12:00 Uhr

(Kiel/Borgstedt)02. April 2014. Die in Kiel ansässige Bi.En GmbH & Co. KG hat unter dem geschützten Markenna­men BtE® (Biomass to Energy) ein neues, effizientes Verfahren zur energetischen Verwertung von halmgutartiger Biomasse entwickelt. Mit diesem Verfahren lässt sich aus halmgutartiger „Abfall“-Biomasse ein Festbrennstoff mit holzähnlichen Eigenschaften herstellen. Das Besondere dabei ist, dass die Fest- von der Flüssigphase getrennt und separat verarbeitet wird. Der Brennstoff besitzt eine hohe Energiedichte und ist lager-, transport- und dosierfähig.

Auf dem Gelände der Abfall­wirtschaftsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde mbH, Borgstedtfelde 15 in Borgstedt bei Rendsburg ist eine Ver­suchs- und Demonstrationsanlage zur Pro­duktion dieses Brennstoffs aus halmgutartiger Biomasse nach dem BtE®-Verfahren errichtet worden.

Diese wird am 4. April um 09.30 Uhr offiziell eingeweiht.

Die Festansprache wird Tobias Goldschmidt, Leiter der Stabsstelle Energiewende im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein halten.

„Wir freuen uns, mit dem BtE®-Verfahren einen Weg gefunden zu haben, aus halmartiger Biomasse einen Festbrennstoff mit holzähnlichen Eigenschaften herzustellen“, betont Per Lind, Geschäftsführer von Bi.En. „Das BtE®-Verfahren erschließt ein Bioenergiepotenzial, das nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert. Aus Rest- und Abfallstoffen wird ein werthaltiges Produkt – der Festbrennstoff – hergestellt“, so Lind.

Um die Biomasse richtig aufzubereiten, müssen geeignete Prozesse entwickelt werden. An der Entwicklung und Erprobung dieser Prozesse hat Bi.En seit 2005 gearbeitet und mehrere Millionen Euro investiert. Für einen Teil des Verfahrens mit dem Titel „Trennung von halmgutartiger Biomasse zur Produktion von Strom und Brennstoff“ erhielt Bi.En im November 2011 einen Zuschuss zur Förderung von „Umweltinnovationen“ (UI) aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein.

Zudem haben Bi.En und HAW aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Mitte 2013 einen Zuschuss für die Entwicklung und Erprobung eines nicht durchmischten Fermenters für eine thermophile Vergärung der flüssigen Phase des BtE®-Verfahrens erhalten. Hierbei wird die Reduktion des Substratschlupfes und die gleichzeitige Hygienisierung der verwendeten Abfallstoffe gemäß Abfallverordnung angestrebt. Der Fermenter wird in Kürze in Betrieb gehen.

Die Entwicklung des Fermenters erfolgt in Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW). Unter der Leitung von Prof. Paul Scherer werden an der HAW die erforderlichen analytischen Untersuchungen durchgeführt und ein neuartiges „Quantitatives Mikroskopisches Fingerprinting“ (QMF) zur Optimierung des Fermentationsprozesses angewendet.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist die Abtötung der Samen des Jacobskreuzkrauts. In dem von Bi.En entwickelten nicht durchmischten Fermenter soll eine Mindestverweilzeit im thermophilen Bereich von drei Tagen erreicht werden, was zur Abtötung der Samen des Jacobskreuzkrauts führt. Dieses vor allem für Kühe und Pferde giftige Kraut breitet sich derzeit in Deutschland immer weiter aus.

Geplant ist, das Forschungsvorhaben bis 2016 abzuschließen. Für das BtE®-Verfahren zur Trennung von Biomasse wurde bereits ein Europäisches Patent erteilt. Für weitere Teile des Verfahrens wie z.B. den nicht durchmischten Fermenter sowie Wort- Bildmarken sind Schutzrechte beantragt.

Bereits 2015 sollen konkrete Verhandlungen über die Realisierung  der ersten kommerziellen BtE®-Anlagen  aufgenommen werden.

Kontakt:
Ansprechpartner: Geschäftsführer Dipl. Ing. Per Lind
Tel.: 0431-389600
Bi.En GmbH & Co. KG
Russeer Weg 149a - 24109 Kiel
per.lind@getproject.dewww.bi-en.eu

in Kooperation mit:

  • der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW)

gefördert von:

  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
  • ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein
  • Zukunftsprogramm Wirtschaft